Geschichte

 

Geschichte und Entwicklung
des FORUM OST / IRFF-Österreich

 

Beginn der Hilfslieferungen | Seminare | Reisfarm in Mali | Weitere Hilfsprojekte | Zeitschrift | Internationale Kooperation | 30-Jahr Jubiläum von IRFF-International | Statuten

Unser Verein wurde 1984 mit dem Namen “FORUM OST” gegründet. Er ist gemeinnützig, überparteilich und überkonfessionell. Ziel sind langfristige Lösungen, die dazu dienen sollen, die bestehende Kluft zwischen Ost und West zu überbrücken. Bis zum Jahre 1989 war die Verwirklichung der Menschenrechte in Osteuropa unser Hauptanliegen. Es wurde konsequente Aufklärungsarbeit über das Wesen und die politische Praxis totalitärer Regime, insbesondere den Kommunismus, geleistet. Auch für politisch verfolgte Menschen setzten wir uns mit Unterschriftaktionen, Vorträgen und Demonstrationen ein.

Schon bei der Gründung des Vereines beschäftigte uns die Frage, was nach dem Kommunismus kommt. Das erschien damals äußerst unrealistisch. Als 1989 der Umbruch begann, konnte sich auch unsere praktische Arbeit der neuen Situation anpassen. Anfang 1990 wurde FORUM OST offizieller Repräsentant von IRFF (International Relief and Friendship Foundation) in Österreich. Im März 2001 wurde dann die Namensänderung auf “IRFF-Österreich, Verein für Hilfe, Freundschaft und internationale Zusammenarbeit” beschlossen.

Unsere Arbeit ist von der Vision getragen, Modelle der Ost-West Kooperation zu entwickeln, die beispielgebend sind. Wir wollen aber die Beziehung der Menschen in Ost und West nicht auf eine bloß wirtschaftliche Perspektive reduziert sehen. Wir sind überzeugt, dass die Menschen in West- und Osteuropa einander viel zu geben haben. Sie sind gleichberechtigte Partner - Brüder, die nach langer Zeit der Trennung wieder aufeinander zugehen. Das bietet die Chance, unterschiedliche Lebenserfahrungen einzubringen. Diese können eine wertvolle zwischenmenschliche Basis errichten, die für beide Seiten positives Neuland bedeutet. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Bemühen, ethische Grundwerte zu finden und als Bestandteil unseres Lebens zu verwirklichen.

 

Beginn der Hilfslieferungen

Bereits vor dem Fall des Eisernen Vorhanges konzentrierten sich die Mitarbeiter des FORUM OST darauf, Hilfslieferungen für Rumänienflüchtlinge in Ungarn zu organisieren. Es war uns stets ein Anliegen, persönliche Kontakte herzustellen. Immer ist es uns um die Überwindung einer menschenverachtenden Ideologie gegangen. Jetzt konnten wir den Betroffenen hilfreich und versöhnend die Hand reichen. Nach dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" wurden Werkzeuge, Maschinen und Baumaterial im Westen gesammelt und Rumänienflüchtlingen zur Verfügung gestellt, um ihnen beim Bau ihrer Häuser und Wohnungen zu helfen.

Nach der Öffnung der Grenzen folgten Lieferungen mit Kleidern, medizinischen Apparaten, Medikamenten und Nahrungsmitteln nach Rumänien und Bulgarien. Im Herbst 1991 wurden unter äußerst dramatischen Umständen Hilfstransporte nach Kroatien in die umkämpfte Stadt Osijek durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wagte sich kaum ein westlicher Hilfstransport mehr in dieses Gebiet. Viele weitere Hilfstransporte, vor allem nach Kroatien und Rumänien folgten. Ziel waren vor allem Krankenhäuser, Schulen und andere soziale Einrichtungen. Um die persönlichen Kontakte und ein gegenseitiges Verstehen zu fördern, haben wir zunächst Künstler und Ärzte nach Österreich eingeladen.

 

    Seminare

Im Sommer 1992 organisierte das FORUM OST erstmals ein internationales Jugendtreffen, welches unter dem Motto "Harmonie in der Vielfalt" stand. Jugendliche aus Polen, Kroatien und Rumänien trafen einander in Österreich. Sie hörten Vorträge über den Wert des Menschen und die Bedeutung der Familie, diskutierten über die Voraussetzungen einer funktionierenden Demokratie und setzten sich mit Chancen und Risken eines marktwirtschaftlichen Systems aus einander. Kreativitätstraining und aktive Freizeitgestaltung standen ebenso auf dem Programm wie ein 7-tägiger Aufenthalt bei österreichischen Gastfamilien. Die Jugendlichen schlossen aufrichtige Freundschaften und fuhren mit viel Hoffnung und Zuversicht in ihre Heimat zurück. Diese Seminare wurden in den kommenden Jahren erweitert und auch für Lehrer, Landwirte und Ärzte aus unseren ost- und südosteuropäischen Nachbarländern angeboten... siehe auch Fotos

So wurden  in den Jahren 1994 und 1995 erfolgreiche Landwirtschaftsseminare mit Teilnehmern aus Kroatien, Polen und Bulgarien abgehalten. Daraufhin erhielten wir die Anfrage von IRFF Russland, ob es eine Möglichkeit gibt, landwirtschaftliche Neueinsteiger in der Ukraine fachlich zu unterstützen. So kam es im Juni 1996 zu einem Erkundungsbesuch zweier Mitglieder unseres Vereines in der Region Kiew. Die dabei gewonnenen Erfahrungen waren die Voraussetzung für das nachfolgende Seminar 1997. Igor Korsune, IRFF Vertreter in der Ukraine, hatte die Teilnehmer eingeladen und das Seminar organisatorisch bestens betreut. Das Programm war in Abstimmung mit den Wünschen der Teilnehmer zusammengestellt worden. Die Themenbereiche waren: ein Überblick über die Lage der Landwirtschaft in der Ukraine und Österreich, ein Bodenseminar "der Boden lebt", spezielle ökologische und pflanzenbauliche Aspekte, aber auch Grundlagen für erfolgreiches Wirtschaften und landwirtschaftliche Kooperationsmodelle.

Im Jahre 1999 fand wieder ein Jugendseminar in Seebenstein statt. (Projektleiterin: Susanne Trucka-Benes) Es nahmen 8 kroatische Mädchen teil, sowie 2 Studentinnen (aus CRO und RO). Isabella Shave und ihre Freundin Ilonka verwöhnten uns auf ungeahnte Weise mit vorzüglicher Küche! Die Teilnehmerinnen waren sehr begeistert, natürlich nicht nur von der Küche, sondern von den Inhalten des Seminars, der guten, freundschaftlichen Atmosphäre und natürlich den Freizeitaktivitäten, so wie etwa den Ausflügen.

Im Jahr 2000 wurde von Frau Susanne Trucka-Benes ein Seminar für Studenten organisiert. Teilnehmer waren 8 StudentInnen aus Rumänien, begleitet von 2 Ihrer Professorinnen, mit denen uns eine nun schon lang andauernde Freundschaft verbindet und eine Musikerin aus der Slowakei. Die Seminarinhalte: Ein Kommunikations­training nach Thomas Gordon (Susanne Trucka-Benes als Gordontrainerin) und ein Seminar des Institutes zur Förderung Sozialer Kompetenz (Siegfried Klammsteiner).

Weiters fanden verschiedene Vorträge in Zusammenarbeit mit dem "Institut zur Förderung Sozialer Kompetenz" und Seminare (in der Slowakei, in Ungarn und Bulgarien) statt, was wiederum die Zusammenarbeit mit uns fördert. Wir unterstützten auch ein IRFF-Projekt in der Slowakei (Ausgrabungen in Sahy an der ungarischen Grenze) durch Inputs wie etwa Vorträge über Teamarbeit, aber auch durch die Spende eines Metalldetektors.

 

    Reisfarm in Mali

Mit Unterstützung des Forum Ost/IRFF in Kooperation mit FFWF entsteht 1998 in Kokri, Mali eine Reisfarm. Ein großer Container wurde in Deutsch Wagram bis auf den letzten Platz genutzt und beinhaltete: einen Traktor, einen Pflug, eine Reisschäl­maschine, Dünger und vieles andere. Dabei handelte es sich um Sachspenden von Fritz Quirgst, dem Raiffeisen-Lagerhaus Deutsch-Wagram, weitere Hilfsgüter wurden durch Geldspenden finanzierte. Getragen wurde das Projekt auch von Rudolf Maier, der einige Zeit in Mali verbracht hatte und daher die Idee für das Projekt an uns herangetragen hatte.

Im August 1998 erreichte der Transport mit dem Traktor, dem Vierscharenpflug einschließlich Pflugnachläufer, der Reisschälmaschine und dem Dünger die Farm. Die Überstellung dieser Maschinen und Güter hatten sich durch administrative Schwierigkeiten und unerwartet hohe Zollgebühren verzögert. Noch am selben Tag wurde der Pflug zusammengebaut und sofort am Feld eingesetzt. Für das Umsetzen der Reispflanzen müssen insgesamt 12 Hektar gepflügt und vorbereitet werden. Die Bewässerung der Felder geschieht hauptsächlich durch Kanäle. Dies macht die Errichtung kleiner Erddämme zum Halten des Wassers notwendig. Diese Dämme werden jeweils um ein Hektar vorbereitetes Feld angelegt. Neben diesen Außendämmen erhält jedes Hektar auch eine Teilung in Viertel, was die Arbeit beim Wiederverpflanzen vereinfacht. Im Jänner 1999 reisten Rudolf Maier und Fritz Quirgst nach Mali und konnten sich von dem Erfolg dieser Aktion überzeugen.

 

    Weitere Hilfsprojekte

Eine andere Aktion bestand in mehreren Hilfslieferungen in ein Hochwassergebiet in Tschechien. Der Zielort war Bruntal in Nordmähren. Wir beförderten 1997 hauptsächlich Möbel mit LKWs der Fa. Hasitschka aus Deutsch-Wagram, der Fa. Tischlerei Dünser und Fritz Quirgst nach Tschechien, wo wir sie dem dort ansässigen Roten Kreuz übergaben. Dabei hatten wir auch die (traurige) Gelegenheit, die Verwüstungen zu sehen, die dort von den Wasserfluten angerichtet worden waren. Einige Orte waren völlig von ihrer "Lebensader" abgeschnitten, da auch eine Bahnlinie komplett von den Wassermassen zerstört worden war.

Mit ein wenig Hilfe des Forum Ost konnten auch in einem südmährischen Dorf (Tschechien) Gasleitungen gelegt werden. Ein großer Teil der Haushalte konnte in diesem Winter schon mit Gas heizen.

Eine weitere Hilfslieferung mit Möbeln, Weißwäsche und vielem anderen brachte diese Güter nach Gyöngyös, Ungarn, um dort die Einrichtung eines Behindertenheimes zu unterstützen. Die Möbel für Ungarn sowie auch für Tschechien stammten aus privaten Spenden und aus einem Wiener Hotel.

Frau Susanne Trucka-Benes setzte sich auch besonders für ein Ukraine–Projekt ein. Sie konnte mit Spendengelder 15 Krankenhausbetten vom Krankenhaus Mistelbach kaufen um einen Beitrag für die Ausstattung der Geburtsklinik in der Ukraine zu leisten. Die Lieferung konnte nun 2005 nach einigen Verzögerungen durchgeführt werden.

 

    Zeitschrift

Das FORUM OST war Gründer und Herausgeber der damals vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift "FAMILIEN PERSPEKTIVEN". Diese erscheint bereits seit Anfang 1985 regelmäßig und hat sich mit unseren Aufgaben weiterentwickelt und verbessert. Einige ältere Ausgaben mit Projektbeschreibungen finden Sie hier:
www.ettl.co.at/n_persp

Heute wird dieses Magazin als selbständige Internet-Zeitung von Herrn Ing. Karl Ebinger herausgegeben - siehe www.familienperspektiven.at

 

    Internationale Kooperation

Slowenisches Jugendprojekt im Sommer 2005: Fünf österreichische Jugendliche waren dort – Kindergartenzaun gestrichen, Spielplatz, Altersheim besucht, Schule teilweise renoviert – grob 25 Jugendliche – zum Schluss Ausflug nach Postojna... siehe auch Bericht

Familienprojekt in Slowenien 2005: Familie Frühauf unterstützten dieses Projekt bereits zum zweiten Mal. Es kamen insgesamt 55 Teilnehmer, welche in drei Gruppen aufgeteilt wurden. Dieses Projekt förderte das Verständnis und die Zusammenarbeit insbesondere von Slowenen und Kroaten. Es wurde ein Altenheim sowie eine alte Schule gesäubert, es gab einen „Pfad“ nach Kroatien, wo ein Tag in Slowenien verbracht wurde und der zweite in Kroatien.

Ziegen für Familien in Bethlehem: Hilfe für notleidende Bewohner in Bethlehem leistet der IRFF-Mitarbeiter und Redakteur einer Schülerzeitung in Steyr, Herr Bogdan Pammer. In seiner Heimatstadt Steyr, der Partnerstadt von Bethlehem sammelte er mit seinem Redaktionsteam mehr als 800 Euro, mit denen Ziegen gekauft und an bedürftige Familien übergeben wurden. Zusammen mit dem Direktor von IRFF-Europa, Massimo Trombin, ist er nach Palästina geflogen, um mit dem österreichischen Beitrag die dortige Arbeit von IRFF zu unterstützen... siehe auch Bericht

 

    30-Jahr Jubiläum von IRFF-International

Am 31. Juli 2005 wurde das 30 jährige Jubiläum von IRFF in Seoul, Korea gefeiert. Neben einer Konferenz gab es eingebettet in ein Bankett und ein Kulturprogramm eine Ehrung für verdiente Pioniere der weltweiten IRFF-Chapter. Von österreichischer Seite nahm Ing. Eckhart Riehl teil.

Bei dem jährlichen Treffen der europäischen IRFF-Chapter, welches 2005 Ende November in Seebenstein in Österreich stattfand, wurden weitere engagierte Vereinsmitglieder für ihren selbstlosen Einsatz ausgezeichnet.

 

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