|
Fluchtpunkt Varazdin
Der gemeinnützige Verein "Forum
Ost" unterstützte auch wieder 1995 ein Projekt
des Religious Youth Service. Varazdin ist eine Stadt
in Kroatien, etwa 75 Kilometer nördlich von Zagreb.
Dort gibt es drei Flüchtlingslager, deren baulicher
Zustand nur mit dem Wort sanierungsbedürftig beschrieben
werden kann.
Im April 1995 ging es in diesen
Lagern noch etwas emsiger zu als gewöhnlich. Junge
Menschen aus der ganzen Welt mit den verschiedensten
kulturellen und religiösen Traditionen haben sich
an einem Projekt des Religious Youth Service (RYS) beteiligen.
Es wurden die sanitären Einrichtungen, insbesondere
im Kindergarten, instandgesetz und die Aufenthaltsräume,
in denen oft mehr als vier Familien "zusammenleben",
neu ausgemalt.
Einzigartig an den RYS-Projekten
ist, dass sie einem zweifachen Zweck dienen. Neben
der Hilfeleistung für die Betroffenen und dem Kennenlernen
der Situation vor Ort wird großer Wert auf die interne
Kommunikation zwischen den Helfern gelegt. Eckhart
Riehl, damaliger Präsident des Forum Ost, das die Arbeit
des Religious Youth Service 1995 organisatorisch
und finanziell unterstützt, meint dazu: "Das RYS
sieht sich dem Weltfrieden verpflichtet. Die Energie
und der Idealismus junger Menschen richtet sich auf
bedürftige Mitmenschen, um sich die gemeinsamen Grundwerte
der Weltreligionen stärker bewußt zu machen. Das RYS
ist führend im Bereich interkonfessioneller Dialoge
und Kooperation."
Es erfordert viel Fingerspitzengefühl,
die RYS-Projekte zu organisieren. Gilt es doch, zwischen
den Teilnehmern über die kulturellen und sprachlichen
Barrieren hinweg eine gemeinsame Basis zu schaffen und
das konkrete Projekt abzuwickeln. Seit der Gründung
des RYS im Jahre 1985 sind weltweit Hilfsprojekte in
fast zwanzig Ländern erfolgreich abgewickelt worden.
Junge Teilnehmer an früheren Projekten
haben ihre Erfahrungen als "Schlüsselerlebnisse
mit hoher Motivationskraft" beschrieben. Außerdem
entwickeln die Projekte eine gewisse Eigendynamik. Vier
Studenten aus dem Bereich des ehemaligen Jugoslawien,
die im Vorjahr bei einem Hilfseinsatz in der Türkei
dabei waren, gaben den Anstoss für das nächste Projekt 1996
in Drnis in Kroatien.
|